Nach Einbruch in der zweiten Hälfte: Unnötige Niederlage in Regensburg

21.09.2026 12:00

Nach 30 Minuten obenauf und mit 17:13 in Front – angesichts der Überlegenheit noch viel zu wenig –, brach die HSG Konstanz in der zweiten Hälfte vor allem im Angriff komplett ein und musste sich schließlich durch den Siegtreffer der SG Regensburg zum 30:29 Sekunden vor der Schlusssirene mit einer komplett unnötigen und extrem ärgerlichen Niederlage auf den langen Heimweg machen.

Konstanz dominant zum Start

Ralf Bader hatte im Vorfeld noch vor der großen Euphorie bei der SG Regensburg gewarnt. Doch mit einer sehr aggressiven Abwehr und einem hervorragend aufgelegten Schlussmann Adam Studentkowski legte die HSG von Beginn weg vor. Nach knapp sieben Minuten traf Lukas Dietrich zum 4:1 für die Gelb-Blauen – spektakulär per Kempa-Trick über das ganze Spielfeld auf Zuspiel von Studentkowski. Der kam in den ersten 13 Minuten bei vier Gegentoren auf vier Paraden. Damit war der Grundstein dafür gelegt, dass die HSG bis zur ersten Auszeit von Regensburgs Trainer Benjamin Herth – seines Zeichens ehemaliger Nationalspieler – auf 8:4 weiter davonzog. Lars Michelberger traf fast nach Belieben und war von den Bayern bei ihrer historischen Heimpremiere in der 3. Liga und in ihrer neuen Halle nicht zu stoppen. 13 Treffer markierte der Shooter an diesem Nachmittag bei schwülwarmen Gegebenheiten auf rutschigem Geläuf.

Fahrlässiger Umgang mit den eigenen Chancen

Angesichts der deutlichen Überlegenheit in fast allen Belangen und der recht hohen Fehlerquote bei den nervös wirkenden Gastgebern waren vier Tore Differenz zur Pause viel zu wenig und auf große Fahrlässigkeit im Umgang mit den sich bietenden Chancen zurückzuführen. Alleine zweimal warf Konstanz den Ball aus der eigenen Spielhälfte am leeren Tor der Gastgeber vorbei, nachdem diese angesichts der Probleme in der Offensive auf den siebten Feldspieler umgestellt hatten. Dazu flog ein weiterer Pass zum möglichen freien Gegenstoß ebenso überhastet irgendwo ins Nirvana. Für Bader nur schwer zu verstehen. „Wir werfen einfach den Ball weg. Wenn wir wenigstens nichts machen würden – dann wäre immerhin noch der Ballbesitz da“, schimpfte er angesichts des wenig verantwortungsvollen Umgangs mit den auf dem Tablett liegenden Möglichkeiten, früh eine Vorentscheidung herbeiführen zu können.

„Wenn wir unsere Chancen nutzen, brechen wir den Gegner“

„Es ist extrem bitter, wir sind selbst schuld“, so Bader, der deutlich wurde. „Wenn wir unsere Chancen nutzen, brechen wir den Gegner.“ Stattdessen warf seine Mannschaft dem noch nicht richtig angekommenen Kontrahenten den Ball nach deren Ballverlusten einige Male fast postwendend wieder zurück. So bekam das Spiel wie so oft bei solchen Gegebenheiten noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Regensburg kam fest entschlossen und mit dem Glauben an die Wende aus der Kabine, Konstanz startete direkt mit zwei weiteren Fehlern und sah sich plötzlich mit einem gegenüber konfrontiert, das von 15:19 auf 18:19 herankam – und nun Blut geleckt hatte. Schon waren die Stimmung und die Körpersprache bei den Einheimischen eine ganze andere. Konstanz hingegen hatte jegliche Kontrolle aus der Hand gegeben und tat sich nun selbst im Angriff unglaublich schwer gegen einen leidenschaftlich verteidigenden Gegner.

Sieg per Schlusssirene

Mit dem 20:19 ging Regensburg nach 40 Minuten unter großem Jubel dann das erste Mal in Front. Am Willen scheiterte es auf Konstanzer Seite unter großem Druck nicht. Nach dem 26:24 durch achtmal erfolgreichen Johannes Simbeck stemmte sich die HSG gegen die drohende Niederlage. Michelberger war es, der erneut mit einer schönen Einzelleistung verkürzte, Maxim Pliuto und Dietrich drehten die Partie fünf Minuten vor Schluss wiederum auf Seiten der Gäste (27:28). Doch auch der 13 Treffer von Shooter Michelberger zum 29:29 44 Sekunden vor dem Ende reichte nicht. Sebastian Simbeck setzte sich wenige Sekunden vor der Sirene durch, traf zum 30:29 und durfte sich danach unter seinen Mitspielern begraben lassen. Danach: Regensburg komplett außer Rand und Band angesichts des allersten Heimsieges der Vereinshistorie in der 3. Liga, Konstanz selbst geschlagen am Boden.

„Am Ende kann jede Situation das Spiel entscheiden – leider hat es uns erwischt“

Seiner Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit die Leichtigkeit gefehlt, meinte der HSG-Coach. „Der Gegner war dann im Aufwind und hatte nur noch zu gewinnen, unsere Beine und Köpfe wurden schwerer. Am Ende kann jede Situation das Spiel entscheiden – leider hat es uns erwischt.“ Ein Spielausgang, der dem 45-Jährighen lange nachging und der erst einmal verdaut werden musste. Für die nächsten Spiele muss sich die HSG Konstanz deutlich steigern, will sie erfolgreich sein. Die Vorstellung nach der Pause in der Oberpfalz war definitiv viel zu wenig.

Erstes Heimspiel am Samstag

Nach drei schweren Auswärtsspielen darf die HSG Konstanz im vierten Spiel endlich in eigener Halle antreten. Am Samstag um 20 Uhr kommt der TSB Schwäbisch Gmünd in die Schänzle-Hölle.

HSG Konstanz: Konstantin Pauli, Adam Studentkowsk (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (2), Sven Iberl, Lars Michelberger (13/5), Philipp Hlawatsch, Jo Knipp (3), Maxim Pliuto (4), Jan Stotten, Nikita Pliuto (2), Lukas Dietrich (5), Janne Pietrusky.

Zuschauer: 407.

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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